Trumps Zollpolitik: Wenn der Präsident bei ChatGPT abschreibt

Die neue US-Zollpolitik von Donald Trump wirkt wie aus einem KI-Chat kopiert. Mit einer überdimensionalen Pappkarte verkündete der Ex-Präsident gestern einen pauschalen Importzoll von 10 Prozent - plus saftige Aufschläge für bestimmte Länder. Die Börsen reagierten prompt mit Kursverlusten.
Die Zahlen werfen Fragen auf. Ökonom James Surowiecki entdeckte: Trumps Formel entspricht exakt der simplen Rechnung "Handelsdefizit geteilt durch Exporte". Diese Methode spucken auch ChatGPT, Claude und andere KI-Chatbots aus, wenn man sie nach einer "einfachen Lösung" für Handelsdefizite fragt.
Das Weiße Haus bestreitet zwar jeden Zusammenhang. Doch ihre "eigene" Formel gleicht verdächtig der KI-Empfehlung - nur komplizierter verpackt.
Die neuen Zölle sollen bereits ab 5. April greifen. Verbraucher müssen sich auf massive Preiserhöhungen einstellen. Experten warnen: Eine derart vereinfachte Zollberechnung könnte den globalen Handel erschüttern.
Warum das wichtig ist:
- Trumps Team vertraut offenbar lieber auf KI-Ratschläge als auf Wirtschaftsexperten - ausgerechnet bei einer Entscheidung, die Millionen Menschen trifft
- Chatbots empfehlen erstaunlich einheitlich eine naive Lösung für komplexe Handelsprobleme. Das zeigt: Ihre Antworten sind nicht unbedingt durchdacht, nur weil sie überzeugend klingen